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Historische Hintergründe zu den Gemeinden der Dolmar-Region PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Mühlfeld / Debertshäuser   
Mittwoch, 4. Juli 2007

Christes


Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes war im Jahre 870. Damals wurde noch von Christaneshusun gesprochen.
Wie auch andere Gemeinden der Dolmar-Region erlebte Christes einen häufigen Wechsel der Regenten. So gehörte Christes zur Grafschaft Henneberg, später zu Sachsen-Zeitz. Anfang des achtzehnten Jahrhunderts folgte der Wechsel zu Kursachsen im sächsischen Amt Kühndorf. Mit Begin des neunzehnten Jahrhunderts bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts zählte Christes zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen. Anfang der fünfziger Jahre kam Christes in den Bezirk Suhl, heute gehört Christes zum Landkreis Schmalkalden-Meiningen.
Wirtschaftliche Bedeutung und Wohlstand erlangte Christes durch den Ortsbrunnen, welchem Heilkräfte zugesprochen wurden, zweihundert Jahre fanden Wallfahrten statt. Dieser Wohlstand machte Mitte des fünfzehnten Jahrhunderts den Bau der dreischiffige spätgotischen Basilika möglich.
Kurzeitig war der Kupfer- und Silberbergbau eine Einkommensquelle für die Christeser, doch nach zehn Jahren fand der Bergbau in der Förstergrube durch einen Unglücksfall sein Ende.
So ist noch heute der Tourismus die wohl einzige Einnahmequelle.

Dillstädt


Südwestlich des Ortes befindet sich der 503 Meter hohe Hölschberg. Dessen Name stammt wohl von "Hel-Berg" das ist der Berg der Totengöttin Hel, oder von "Hollen-Berg", das ist Berg der Göttin Holle oder Holda.
1206 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt, die Wüstungen Germelshausen und Sieholz sogar schon in älteren Urkunden von 800-845. Der Ort gehörte zur Grafschaft Henneberg und lag bis 1815 im sächsischen Amt Kühndorf. Von 1816 bis 1944 gehörte Dillstädt zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen

Kühndorf


Kühndorf in Thüringen wurde im Jahre 795 erstmals urkundlich erwähnt und führte zu dieser Zeit den Namen Cunitorphe. Kühndorf  ist die älteste Siedlung im historisch bedeutsamen Henneberger Kreis Suhl-Schleusingen. Es erstreckt sich malerisch am Fuße des Dolmar und kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken.
Kühndorf wurde bis ins 19. Jahrhundert von den verschiedensten Adelsgeschlechtern regiert. So übten bis Anfang des 12. Jahrhunderts die Herren von Kühndorf die Regentschaft aus. Nachfolgend regierten die Grafen von Henneberg, bis Ende des 16. Jahrhunderts mit dem Tod des letzten Grafen von Henneberg-Schleusingen auch diese Herrschaft endete.
Über zweihundert Jahre übten dann die Fürsten von Sachsen die absolute Herrschaft über Kühndorf aus. Zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die königliche Domäne Kühndorf aufgelöst, die Fronarbeit abgeschafft und das Land an die Kühndorfer Einwohner verkauft. So wurde die Voraussetzung für den Bau von Häusern und die private Landwirtschaft geschaffen. Kühndorf wurde die Gemeinde mit der größten bäuerlichen Struktur.
Wie auch in vielen anderen Städten und Gemeinden hinterließen die beiden Weltkriege tiefe Wunden. So starben im I. Weltkrieg zweiunddreißig Kühndorfer Männer und im II. Weltkrieg verloren einhundertundzehn Männer auf dem Schlachtfeld ihr Leben. Trotzalledem nahm Kühndorf eine Entwicklung wie viele andere Dörfer auch. Die Bodenreform nahm ihren Lauf, 1960 wurden Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften gegründet. Auch die bauliche Weiterentwicklung des Dorfes nahm ihren Anfang. So wurde z.B. die Trinkwasserleitung erneuert und ein Kindergarten gebaut.
Ab 1967 wurde der Dolmar Truppenübungsplatz und war somit nicht mehr für jedermann zugänglich. Fast ein viertel Jahrhundert dauerte es bis der Dolmar wieder zugänglich war.
Das Wahrzeichen des Ortes ist die Johanniterburg, die zwischen 1291-1315 durch Ritter vom Orden des heiligen Johannes erbaut wurde. Die historische Schloßscheune von Kühndorf, durch die Grafen von Henneberg-Römhild im Jahre 1538 fertiggestellt, ist ein wahres Schmuckstück des Ortes. Früher eine Unterkunft für die Hofhaltung, ist sie heute das kulturelle Zentrum des Ortes Vis á Vis der Burg.

Metzels


Erstmals urkundlich erwähnt wurde Metzels Anfang des dreizehnten Jahrhunderts.
Natürlich wechselten auch in Metzels die Regenten bzw. Besitzer der Gemeinde. Bis zum Anfang des fünfzehnten Jahrhunderts hatten die Besitz- bzw. Lehensrechte die Würzburger Bischöfe, der Graf von Henneberg, und andere Adelsgeschlechter. Aber auch das Kloster Rohr und Simmershausen hatte Besitz- bzw. Lehensrechte.
Die längste Regentschaft dauerte doch über einhundertfünfzig Jahre (1420-1575). In dieser Zeit regierten die Grafen Henneberg-Schleusingen. Zum Ende des sechzehnten Jahrhunderts kommt Metzels unter sächsische Herrschaft.
Zum Herzogtum Sachsen-Meiningen gehörte Metzels zweihundertachtunddreißig Jahre (1680-1918). Im Gegensatz dazu sind nachfolgenden Zeiträume der Landeszugehörigkeiten sehr kurz: so z.B. Freistaat Sachsen-Meiningen zwei Jahre (1918-1920), Land Thüringen zweiunddreißig Jahre (1920-1952). Seit nunmehr sechzehn Jahren zählt Metzels wieder zum Land Thüringen.

Rohr


Die erste urkundliche Erwähnung ist in das Jahr 815 datiert.
Ob die Gründer von Rohr bereits Kelten oder hessische Katten gewesen sind, ist heute nicht mehr zu belegen.  Eine keltische Gründung ist nicht auszuschließen, zumal Rohr von keltischen Ortsnamen umgeben ist: Dolmar, Jüchsen, Herpf.
In der Zeit des Feudalismus waren das Kloster, sowie der Frankenkönig mit seinem Reichsgut Besitzer und Herrscher über Rohr.
Die Bauern der Gemeinde hatten Frondienste und Zinsabgaben zu leisten. Im ausgehenden Mittelalter schuf dann die Dorfbevölkerung aus dem ehemaligen Kloster- und Pfalzbezirk die noch heute bestehende Wehranlage. Hier fand die Bevölkerung Schutz vor den ständigen Fehden und kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Stift Würzburg und der Grafschaft Henneberg.
Trotz der Natural- und Geldabgaben an das gotische Nonnenkloster wird jedoch deutlich, dass die bäuerliche Dorfgemeinde als selbständige, in sich geschlossene bäuerliche "Genossenschaftsform" des Mittelalters existierte. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Rohr durch die Landwirtschaft geprägt, die Bevölkerung fand am Ort als Bauer oder Handwerker Lohn und Brot.
Mit dem Bau der Eisenbahn 1883 veränderte sich schlagartig die soziale Struktur. Von nun an suchte ein Teil der Bevölkerung Arbeit im Industrieraum Suhl - Zella-Mehlis, sowie im Baugewerbe der Nachbarstädte.
Im zwanzigsten Jahrhundert  wandelte sich das landwirtschaftlich geprägte Dorf in eine reine Wohnsiedlung. Nur noch die Hälfte der Berufstätigen war in der Landwirtschaft tätig. Bis zur Wende gelangten die Leute mit dem Zug oder später noch mit dem Bus zur Arbeit. Heute fährt man mit dem eigenen PKW. Verlässt am frühen Morgen das Dorf und kehrt erst nach Feierabend wieder zurück. Der Bezug zur Landwirtschaft ist verloren gegangen.
Von der Vergangenheit ist, wie in vielen anderen Gemeinden auch, das Erbe an Baudenkmälern und Traditionen geblieben.

Schwarza


Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Schwarza im Jahre 827.
Seit Ende des dreizehnten Jahrhunderts gehörte Schwarza zur Grafschaft Henneberg. Ende des fünfzehnten Jahrhunderts wurde Schwarza das Stadt- und Marktrecht verliehen. Auf die mit dem Stadtrecht verbundenen Privilegien verzichtete die Gemeinde und nutzte nur das Marktrecht. Im Jahr 1490 siedelten sich in Schwarza, durch die erlangte Ghettofreiheit (Siedlungsfreiheit), Juden an. So wurde Schwarza durch die Jahrhunderte hindurch Heimat für viele Juden.
Zur Mitte des sechzehnten Jahrhunderts gelangte Schwarza in den Besitz der Grafen zu Stolberg. Vom Anfang des neunzehnten Jahrhunderts bis Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts gehörte der Ort  zum Regierungsbezirk Erfurt der preußischen Provinz Sachsen.
Die aus altem Recht resultierende Tradition des Marktwesens wurde zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts wiederbelebt.Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Utendorf Mitte des vierzehnten Jahrhunderts.

Utendorf


Der häufige Wechsel der Regenten blieb auch Utendorf nicht erspart. War Utendorf einst Hennebergisches Lehen, so wurde das Dorf Mitte des dreizehnten Jahrhunderts Eigentum der Herren von Kühndorf. Zu Anfang-Mitte des vierzehnten Jahrhunderts kam Utendorf an das Ordenshaus zu Kühndorf. Ende des vierzehnten Jahrhunderts vernichtete ein Brand die Gemeinde, worauf sie erst Mitte des sechzehnten Jahrhunderts wieder in historischen Schriften erscheint. Seitdem blieb Utendorf bis Mitte des sechzehnten Jahrhunderts Bestandteil des Amtes Kühndorf.
An die Albertinische Linie kam Utendorf Mitte des siebzehnten Jahrhunderts. Zum Ende des siebzehnten Jahrhunderts zählte die Gemeinde kurzzeitig zum Amt Wasungen, weiterführend gehörte Utendorf dann zum Amt Meiningen.
Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 1. Oktober 2009 )
 
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